Freitag, 18. Januar 2019

125. Tag - Miami / Florida

Ich bin mittlerweile den 4. Tag auf dem Firmengelände der Reparaturwerkstatt in Miami und warte auf eine Entscheidung der Versicherung. Anscheinend ist es ein großes Problem, den Schaden einzuschätzen. Mein Fahrzeug ist in keiner US-Datenbank zu finden und passt auch in kein Schema.

Der Gutachter, den die Versicherung geschickt hatte, war unfähig, unwillig und nach zwei Minuten auch schon wieder verschwunden. Im Moment ist eine Spezialfirma damit beauftragt den Schaden zu begutachten, dieses soll aber noch eine Woche dauern. Außerdem befürchte ich, dass diese Firma auch keine Ahnung hat. Sie wird den Schaden nach Bildern und einem Kostenvoranschlag der Reparaturwerkstatt bewerten.

Die einzige Unterstützung, die ich erhalte, ist die von der Werkstatt und von Jimmy. Er ist der Agent meiner KFZ-Versicherung und hat mir schon bei meinem verschuldeten Unfall im Big Bend NP sehr gut geholfen. Er hat sich der Sache nun angenommen und verhandelt mit der Versicherung des Unfallgegners. Jimmy ist auch der einzige, der versteht worum es mir geht. Ich möchte den Schaden hier nur notdürftig reparieren lassen, um nach Baltimore, dem Verschiffungshafen, fahren zu können.

Das Wochenende naht und ich werde versuchen einen Mietwagen und eine Unterkunft in Key West von der Versicherung zu bekommen. 

seid vier Tagen warten

Montag, 14. Januar 2019

121. Tag - Miami / Florida

Als ich in Panama City ankam, dachte ich mir, was ist das bloß für eine unaufgeräumte und trostlose Stadt. Als die Verwüstungen immer schlimmer wurden, ahnte ich schon etwas. Ich bin kurz angehalten und habe gegoogelt und tatsächlich, vor drei Monaten, am 10.10.2018, ist hier der Hurrikan Michael, ein Wirbelsturm der Kategorie 4, auf Land getroffen. Das war am Anfang meiner Reise und ich kann mich noch daran erinnern, daß ich da was im Fernsehen gesehen hatte.

Je weiter ich in die Stadt kam, desto schwerer wurden die Schäden. Im Zentrum des Wirbelsturmes ist nichts mehr heile geblieben. Alles, wirklich alles ist zerstört. Das hat mich sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht.








Im Norden Floridas habe ich vier kleine  Nationalparks besucht. Hauptsächlich handelte es sich hier um warme Quellen. Diese Parks haben mir gut gefallen und ich konnte sehr viele Tiere sehen. Besonders gefreut habe ich mich über die freilebenden Manatees. Diese sind normalerweise nur in Zoos zu sehen.









Die Küstenlinie nördlich von Tampa bis nach Fort Myers ist eigentlich uninteressant, obwohl sich hier sehr schöne Strände befinden. Aber wer es sich leisten kann, hat ein Häuschen, eine Villa oder ein Appartement dort. Erstaunlich ist es, wieviele es sich leisten können. Viele aus den im Winter kalten Nordstaaten zieht es hierher. Die Küste ist auf ca. 250 km bebaut und die Anzahl der Golfplätze steigt ins unzählige.

In Fort Myers habe ich noch das Winterdomizil von Thomas Alva Edison und Henry Ford besucht. Die beiden waren nämlich Freunde und hatten Ihre Häuser praktischweise nebeneinander.





Auf dem Weg nach Miami passierte es dann, eine junge Frau nahm mir die Vorfahrt und wir stießen zusammen. Diesmal hatte ich keine Schuld, aber einen großen Schaden. Ich muß erst mal sehen wie es weitergeht und ob es überhaupt noch weitergeht. In den kommenden Tagen weiß ich bestimmt mehr.







Donnerstag, 10. Januar 2019

116. Tag - Destin / Florida

Nicht nur in New Orleans hat der Wirbelsturm Katrina große Schäden angerichtet, sondern auch an dem Küstenstreifen westlich davon. Häuser, Straßen, Brücken und Hafenanlagen mussten dort neu errichtet werden.

diese Brücke ist so gut wie neu

die vielen Villen, direkt am Strand, sind auch alle neu

Ich habe es mir nicht nehmen lassen in Mobile und Pensacola zwei weitere Militärmuseen anzuschauen. In Mobile mal wieder ein Schlachtschiff und ein U-Boot und in Pensacola ein Luftfahrtmuseum.

USS Alabama

U-Boot USS Drum

 
Pensacola ist die Heimat der Kunstflugstaffel "Blue Angels"

Die Gegend um Pensacola ist nicht nur für seine Militärflugzeugführer- Ausbildung bekannt, sondern auch für seine scheinbar endlosen weißen Sandstrände. Sie sollen zu den schönsten Stränden der USA gehören. Dies merkt man besonders an der Bebauung der Küste an der es kaum einen freien Abschnitt gibt. Überall stehen Häuser, Hotelanlagen und Villen. Es geht sogar soweit, dass es kaum noch öffentliche Zugänge zum Strand gibt. Nur an besonders geschützten Gebieten gibt es einen freien Zugang.




Das Wetter ist merklich besser geworden. Ich brauche meine Heizung nur noch selten einschalten. Ich werde mich jetzt nur noch in Florida aufhalten, bevor es wieder Richtung Norden geht. Es sind noch 4 Wochen und ca. 4500 km bis zu meiner Heimfahrt.

Sonntag, 6. Januar 2019

112. Tag - New Orleans / Louisiana

Als es für Dallas eine Winterwetter-Warnung gab, war es für mich höchste Zeit von dort zu verschwinden. Ich bin 603 Kilometer gefahren, die bisher größte Tageskilometer Etappe, um wieder in wärmere Gefilde zu kommen.

Die Landschaft hat sich komplett verändert. Der Süden Louisianas ist geprägt von großen Sümpfen und Flüssen mit großen Fluss Deltas. Das Land ist sehr tief gelegen, weshalb der Großteil auch Feuchtgebiet ist. Hier münden einige große Flüße in den Golf von Mexiko,- der bekannteste ist der Mississippi.

Auch die Sprache hat sich geändert. Der Südstaaten Slang macht eine Kommunikation echt schwierig.

Ich habe wieder ein Museumsdorf der Arkadier besucht. In Kanada habe ich auf dieser Reise schon einmal ein solches Museum besucht.



Dann habe ich auch noch die Tabasco Fabrik besichtigt. Das Tabasco Gewürz wird ausschließlich hier im Süden Louisianas produziert und weltweit vertrieben. Die Fabrik ist noch immer ein Familienunternehmen.


die Chilimasse wird drei Jahre lang in Fässern gelagert

hier wurde gerade Tabasco für Kanada abgefüllt

Auf New Orleans habe ich mich gefreut. Das ist eine tolle Stadt. Überall in den Kneipen und in den Straßen wird Musik gemacht. Auch die historische Innenstadt hat mir sehr gut gefallen.

Man sieht mit bloßem Auge, dass große Teile der Stadt unterhalb des Wasserspiegels liegen. Dieses wurde der Stadt im Jahre 2005 zum Verhängnis. Der Wirbelsturm Katrina hat mit einer riesigen Flutwelle die Stadt überrollt. Die katastrophalen Schäden sind aber kaum noch zu sehen.




Louis "Satchmo" Armstrong darf natürlich nicht fehlen



vielleicht sieht man es hier, wie tief die Stadt liegt

Ich habe noch eine "Swamp Tour" gemacht. Das ist eine Bootstour durch die Sümpfe, nicht weit von New Orleans entfernt. Genau genommen, sind die Sümpfe eigentlich noch im Stadtgebiet.