Mittwoch, 5. Dezember 2018

92. Tag - Alamogordo / New Mexico

Ich habe Tucson schweren Herzens verlassen. Es ist eine kleine, sympathische Stadt mit angenehmen Temperaturen. Mich zieht es aber weiter nach Osten. 

Nicht weit von Tucson entfernt habe ich eine Höhle besucht. Es ist die größte Trockenhöhle der USA. Da wir bei der Führung nur drei Teilnehmer waren, fiel die Führung ein wenig ausführlicher aus, als sonst. Aus den 25 Minuten, die normalerweise eine Führung dauert, wurde über eine Stunde.



Als nächstes stand die alte Westernstadt Tombstone auf dem Programm. Um diese Stadt ranken sich viele Geschichten. Eine der bekanntesten ist die Schießerei am O.K. Corral. Doc Holliday und Wyatt Earp, mit seinen beiden Brüdern, erschossen in einem Duell die McLaury Brüder und Billy Clanton. Diese Schießerei wird am Originalschauplatz fünfmal am Tag wiederholt.


es gibt sehr viele Statisten in der Stadt


Doc Holliday und Wyatt Earp mit seinen Brüdern

das Duell

und jetzt liegen die drei hier

Humor hatten die damals ja

Es ging weiter auf eine Hochebene. Ein Nachteil davon ist, dass die Temperaturen nachts unter Null Grad fallen. Hier habe ich einen Nationalpark besucht, der ein wenig abseits liegt und normalerweise von Touristen nicht so stark besucht wird. Der Chiricahua NP beeindruckt durch skurrile  Felsenformationen, die den Anschein haben, jederzeit umzukippen. Ich habe in dem Park eine fünf Kilometer lange Wanderung gemacht und bin nur ganz wenigen Menschen begegnet.



Im Moment bin ich in Alamogordo. Diese Stadt ist bekannt für den White Sands NP. Diese Wüste hat einen ganz feinen weißen Sand. Ich habe eine 3 Kilometer lange Wanderung durch die Dünen gemacht. Zum Glück ist der Wanderweg gut ausgeschildert, sonst wäre ich schon nach zwei Dünen verloren gewesen.

Alamogordo ist auch bekannt für den ersten Atomtest. Hier ganz in der Nähe wurde die erste Atomrakete gezündet. Den "ground zero" kann man nicht besichtigen, da er mitten in einem Schießgebiet liegt. Das Militär ist hier sehr stark vertreten und auch die deutsche Luftwaffe war hier einmal stationiert.



immer den Markierungen folgen


Ich werde mir hier noch ein Militärmuseum und ein Luft- und Raumfahrtmuseum anschauen. Und dann wird es zu den Außerirdischen gehen.

Sonntag, 2. Dezember 2018

89. Tag - Tucson / Arizona

Ich bin Richtung Osten immer entlang der mexikanischen Grenze gefahren. Das Wetter ist traumhaft, blauer Himmel und 25 Grad. Nicht umsonst gibt es in der Gegend so viele Campingplätze, auf denen vor allem ältere Amerikaner überwintern.

Man merkt die Grenznähe zu Mexiko sehr deutlich. Ich bin zweimal bei Strassenkontrollen angehalten worden. Es wurde nach Drogen und Flüchtlingen gesucht. Die Beamten waren aber alle freundlich und zuvorkommend.

Fast auf dem Weg nach Tucson lag der Organ Pipe Cactus NP. Hier stehen bis zu acht Meter hohe Kakteen. Hier gab es einen off-road Trail, den ich gefahren bin. Dabei habe ich gleich die Stabilität des geschweissten Rahmens testen könnte,- hat alles gehalten. Die zusätzliche Gewichtsverlagerung, der schweren Dingen im Wohnmobil, von hinten nach vorne, konnte ich sehr deutlich spüren.




Kurz vor Tucson gab es noch eine Sternwarte, die ich mir angeschaut habe. Dort habe ich gleich zwei Führungen mitmachen können. Es war sehr interessant, die Arbeitsweise der verschiedenen Teleskope von richtigen Wissenschaftlern vorgestellt zu bekommen. Aber auch die Aussicht, von dem über 2000 Meter hohen Berg war phantastisch.


dieses ist ein Teleskop zur Sonnenbeobachtung


Tucson ist bekannt für seine Luft- und Raumfahrtindustrie. Hier gibt es u.a. auch den größten Flugzeugfriedhof der Welt. Dort stehen über 4000 "eingemottete" Flugzeuge. Leider kann man den eigentlichen Friedhof nicht besuchen, aber es gibt ein Museum, in dem gefühlt jedes Flugzeugmodell steht, das jemals geflogen ist.


zwei alte Präsidentenmaschinen

sogar ein deutscher Tornado steht hier

Tucson war auch Standort von 18 Titan II interkontinental Atomraketen. Alle Anlagen, bis auf eine, sind zerstört worden. Diese eine wurde als Museum eingerichtet. Die Führung beinhaltete die Einschleusung (mit Zettel verbrennen, auf dem der Eingangscode steht) bis hin zum Abschuss einer Rakete (mit Schlüssel umdrehen). Zum Glück ist es niemals dazu gekommen.

der Kommandostand

Titan II Atomrakete

Dann habe ich noch das Sonora Desert Museum und die Old Tucson Studios besucht.



 In dem Old Tucson Studio wurden schon mehr als 100 Western gedreht.

eine Stuntshow darf natürlich nicht fehlen




Dienstag, 27. November 2018

84. Tag - Viejas Resort / Kalifornien

Endlich wieder unterwegs. Der Joshua Tree NP war nicht weit und so habe ich dem Park einen Besuch abgestattet. Das Zusammenspiel zwischen den baumartigen Joshua Trees und der eigenartigen Felslandschaft verleiht dem Park ein unverwechselbares Aussehen. Leider war ich an dem Thanksgiving Wochenende dort und dementsprechend war der Park voller Menschen. Ich konnte abends aber dort einen tollen Übernachtungsplatz finden.





Der nächste Halt war San Diego. Abends in der Stadt angekommen, habe ich auf einem Parkplatz, neben ca. 20 anderen Campern übernachtet. Mir war schon klar, dass das Übernachten dort nicht erlaubt war, aber wenn so viele andere dort stehen, kann es nicht so schlimm sein.

Das Ergebnis war, dass alle morgens einen Strafzettel an der Windschutzscheibe hatten. Die Strafe war 52,50 USD. Da müssen fleißige Beamte am Werk gewesen sein, die Mitten in der Nacht, ohne das es jemand bemerkt hatte, Strafzettel verteilten.
 
San Diego von oben

das Wetter ist traumhaft



das Ticket.

Am nächsten Tag habe ich den Flugzeugträger USS Midway, der als Museumsschiff im Hafen liegt, besichtigt. Ich habe den ganzen Tag dafür gebraucht. Allein unter Deck habe ich drei Stunden verbracht. Auf dem Schiff sind alle Bereiche geöffnet und zu besichtigen. Auf vielen Stationen sind Freiwillige, die damals auf dem Schiff gedient haben, um Fragen zu beantworten.

Zu erwähnen wäre noch, dass das Schiff sehr gut ausgeschildert ist. Sonst wäre ich, bei den ganzen Gängen, da nie wieder rausgekommen.

schon einmal neben einen Flugzeugträger geparkt?

die Operationszentrale

der Flugzeughangar

die Gänge sehen irgendwie alle gleich aus

machen Sie eine typische Handbewegung

der Sitz vom Chef

4500 Mann müssen auch irgendwie untergebracht werden

einer von sechs "ready rooms"

Am nächsten Tag, musste ich erst einmal zur Stadt und den Strafzettel bezahlen. Dann habe ich mir die Stadt angeschaut und war im Air & Space Museum. Das Museum hat mich nicht so vom Hocker gehauen. Allerdings hatten Sie dort die Original Apollo 9 Raumkapsel ausgestellt.

diese Raumkapsel ist zum Mond geflogen

Irgendwie hat man es geschafft, mich aus San Diego zu vergraulen. Obwohl San Diego eine tolle Stadt ist, machen Sie es Campern unmöglich irgendwo zu übernachten. In der ersten Nacht ein Strafzettel, die zweite habe ich auf einem völlig überteuerten Campingplatz verbracht und in der dritten Nacht wurde ich zweimal von Sicherheitsbeamten weggeschickt. Nun übernachte ich wieder einmal auf einem Kasinoparkplatz, weit außerhalb der Stadt.

San Diego macht es einem als Camper zu schwer. Also ziehe ich weiter.

Freitag, 23. November 2018

80. Tag - Yucca Valley / Kalifornien

Noch am Sonntag habe ich mich auf die Suche begeben, jemanden zu finden, der den gebrochenen Rahmen reparieren kann. Man nannte mir immer wieder Juan´s Auto Body Shop. Wenn jemand so etwas reparieren kann, dann ist es Juan.

Ich bin gleich Montagmorgen zu ihm gefahren und siehe da, ich bzw. mein Camper war in sehr guten Händen. Nach kurzen, intensiven Verhandlungen ging die Reparatur schon los. Der Wagen wurde hinten komplett auseinander genommen, gerichtet, verstärkt und geschweißt. Die Reparatur hat vier Tage gedauert, da kann man erahnen, was für ein Ausmaß der Schaden hatte.

Juan ist darauf spezialisiert alte Autos aufzupimpen und Sonderanfertigungen zu bauen. Die Jungs in der Werkstatt waren alle sehr gut drauf und haben mich phantastisch aufgenommen. Immerhin habe ich mit dem Camper 4 Tage auf dem Firmengelände verbracht.

hier nochmals der Schaden im ganzen Ausmaß.Rechte Seite

linke Seite. Ist zwar nicht eingerissen, aber stark verbogen

auf der Richtbank

das war mehr Arbeit, als ich mir vorgestellt hatte.

so etwas bauen die Jungs normalerweise

Hätte ich vorher gewusst, was für eine Arbeit das ist, hätte ich bei der Preisverhandlung nicht so hart und unnachgiebig gefeilscht. Aber die Jungs haben ein ordentliches Trinkgeld bekommen. Immerhin haben sie meine Reise gerettet.


das ist das Ergebnis

Endmontage

so habe ich 4 Tage verbracht

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Juan und sein Team. So etwas herzliches habe ich selten erlebt. Das liegt vielleicht an den mexikanischen Wurzeln der Familie.

Jetzt kann ich meine Reise fortsetzen. Die 4 Tage habe ich genutzt, um meine weitere Reise zu planen. Es wird erst einmal in den Joshua Tree NP gehen und dann nach San Diego. In etwas mehr als drei Wochen muss ich in Dallas/Texas sein. Am 17.12. geht mein Flug in den Weihnachtsurlaub.